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Conversion-Killer Datenschutz – und warum wir trotzdem daran festhalten

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Der Europäische Gerichtshof hat Cookie Opt-ins zu einer abmahnbaren Pflicht erklärt. Das soll deine Daten schützen. RAIDBOXES hält sich an die Vorgaben – und verliert dadurch Umsatz. Warum Datenschutz nicht für alle Unternehmen gleich fair ist.

DSGVO, E-Privacy-Verordnung, Cookie Banner-Pflicht… Es gab schon spaßigere Zeiten für Webseitenbetreiber. Wenn du die Vorgaben berücksichtigst, dann hast du eine Menge zu tun. Du musst dich zudem ständig über Neuerungen informieren. Der kritischste Punkt: Deine Conversion leidet – du gewinnst weniger Kunden.

Nachfolgend unsere eigenen Erfahrungen mit dem Thema Datenschutz. Insbesondere die Umsetzung der Cookie Opt-ins macht RAIDBOXES schwer zu schaffen.

Hinweis: Wir vertreten die Meinung, dass Datenschutz nicht von Marketing-Kennzahlen getrieben sein sollte. Und dass es trotzdem genügend Möglichkeiten gibt, um eine Webseite auf die Zielgruppe zuzuschneiden. Insofern ist dies kein Beitrag „gegen“, sondern „für“ den Datenschutz.

Nachteile für Unternehmen

Schlecht für das SEO

Unsere Rankings bei Google sind deutlich zurückgegangen, seit wir die Cookie-Banner auf unseren Seiten schalten. Und das für viele unserer Top-Keywords wie „WordPress Hosting“ oder „WooCommerce“:

SERP Verluste
Deutlicher Verlust bei Google für raidboxes.de

Denn die Platzierungen in den SERPs (Search Engine Result Pages) hängen indirekt von zahlreichen Faktoren ab, die das Banner beeinflusst. Unter anderem sind dies:

  • Abbruchquote der Webseite. Sie gibt an, wie viel Prozent der Besucher das Portal sofort wieder verlassen, ohne es wirklich zu nutzen.
  • Dauer der Nutzung und Seitenaufrufe je Besuch.
  • Fehlendes Tracking durch Google, falls die zugehörigen Cookies nicht akzeptiert werden.

Die Formel ist dabei ganz einfach: Schlechtere Rankings = weniger Traffic = weniger Neukunden = weniger Umsatz. Die Auswirkungen der Cookie-Verordnung waren ein kleiner Schock für uns. Sie zeigen, wie sich gesetzliche Vorgaben und Gerichtsurteile direkt auf die Konversion auswirken.

Mehr Datenschutz, weniger Traffic

Sinkende Suchmaschinen-Rankings sorgen für einen Rückgang der Besucher auf unserer Seite. Doch das ist nicht die einzige Ursache. Cookie Banner erhöhen – wie eben erläutert – die Abbruchquote. Und das eben auch bei jenen Besuchern, die über soziale Netzwerke, Partnerseiten oder Direktaufrufe zu uns kommen. Die Sitzungen auf RAIDBOXES haben seit Umsetzung der Cookie-Regel um 25,8 Prozent abgenommen:

Datenschutz Traffic Verlust
Weniger Traffic durch die Cookie-Regel

In der Konsequenz müssen wir deutlich mehr Anzeigen bei Facebook, Twitter oder Google selbst schalten, um die Ausfälle auch nur ansatzweise zu kompensieren. Das kostet ordentlich Geld. Nicht jedes Start-up wird sich dies leisten können. In diesem Fall verzerren die gesetzlichen Vorgaben ganz klar den Wettbewerb. Kleine Unternehmen müssen überproportional mehr für den Datenschutz ausgeben. Das ist die Kehrseite der Medaille, wenn es um mehr Rechte für die Verbraucher geht.

Tipp: Dein WordPress ist noch nicht DSGVO-konform? Dann nutze unseren DSGVO-Guide für Agenturen, Freelancer & Webseitenbetreiber. Er macht dich mit den wichtigsten Inhalten der EU-Datenschutzgrundverordnung vertraut.

Marketing im Blindflug

Teilweise stimmt nur ein Bruchteil der Nutzer allen Cookies zu, wenn der zugehörige Banner regelkonform umgesetzt wurde. Das zeigt eine aktuelle Studie. Bei RAIDBOXES ist es längst nicht so schlimm. Dank einer geschickten Umsetzung unserer Lösung Borlabs Cookie – dazu später mehr.

Dennoch: Unser Marketing-Team weiß in immer weniger Fällen

  • Woher unsere BesucherInnen kommen (Google, Facebook, Twitter, sonstige Webseiten, Direktaufrufe…)
  • Welche Webseiten diese wie nutzen
  • Wie sie sich durch unser Angebot navigieren, uns erneut besuchen, auf bestimmten Seiten abbrechen
  • Wer wie und warum zum Kunden wird etc.

Nun magst du sagen „Genau das ist doch der Zweck der Datenschutz-Verordnungen“. Oder auch: „Ich will gar nicht, dass ihr meinen Besuch auswerten könnt“. Für uns bedeuten weniger Zahlen, dass wir unsere Webseite nicht mehr in gleichem Umfang optimieren können. Das geht zu Lasten der Bedienbarkeit. Wir gewinnen aber auch weniger neue Kunden.

Tipp: Du suchst eine WordPress-Analyse ohne Tracking-Cookie? DSGVO konform? Das Plugin Statify macht es möglich. Siehe unseren Blogbeitrag zum Thema.

Junge Unternehmen verfolgen eine Mission. So auch wir bei RAIDBOXES:

  • Wir machen hochwertiges WordPress-Hosting verfüg- und leistbar, für alle.
  • Wir bieten den besten Support unserer Branche.
  • Mit unserem FREE-DEV-Programm hosten WP-Profis und Agenturen kostenlos. Und profitieren von attraktiven Provisionen. Das hilft Freiberuflern sowie kleineren Unternehmen.
  • Wir investieren in den Klimaschutz – deutlich mehr als unsere Mitbewerber. Denn deine Webseite verbraucht jede Menge Ressourcen. Wir steuern dagegen. Mit unserem klimapositiven Hosting.

Berechtigte Anliegen wie die Cookie-Verordnung machen es uns schwerer, diese Mission zu verfolgen.

Klimapositives WordPress Hosting

Unfairer Wettbewerb

Was uns persönlich am meisten trifft: Nicht alle unserer Mitbewerber halten sich an die Datenschutz-Regeln. Die schwarzen Schafe profitieren unmittelbar von dieser Entscheidung. Wichtige Platzierungen bei Google haben wir an jene Webhoster verloren, die keine Cookie Banner schalten.

Auf der Webseite 2gdpr.com kannst du überprüfen, wie deine Webseite in puncto Datenschutz und DSGVO (GDPR) aufgestellt ist. Auch über den Browser lässt sich herausfinden, ob deine Website Cookies setzt. 2GDPR stellt RAIDBOXES ein sehr gutes „Zeugnis“ aus:

DSGVO Check

Andere Hoster – auch aus dem WordPress-Umfeld – fallen in dem Test gleich bei mehreren Punkten durch. Nur die wenigsten BenutzerInnen sehen das. Und es wird wohl auch kaum ein Kaufkriterium sein.

RAIDBOXES und der Datenschutz

Klar haben wir im Team diskutiert. Die Ausfälle stecken wir nicht einfach so weg. Dennoch ist es für uns keine Option, die Cookie Opt-ins wieder zurückzuschrauben. Das hat mehrere Gründe:

  • Abmahnungen: Natürlich machen wir uns Sorgen um eine mögliche Abmahnung. Die Kosten hierfür können sich auf zwei bis vier Prozent des Umsatzes eines Unternehmens belaufen.
  • Wettbewerbsrecht: Mitbewerber dürfen deine Seite nicht wegen DSGVO-Verstößen abmahnen? Das ist so nicht richtig, wie Rechtsanwalt Niklas Plutte in seinem Blog erläutert.
  • Klage einreichen: Gleichzeitig sind wir nicht bereit, gegen unsere Mitbewerber vorzugehen, die sich nicht in gleichem Maße um den Datenschutz scheren. Die Kosten sind uns zu hoch, die Erfolgaussichten zu niedrig. Und eine gegenseitige Klage-Schleife nützt niemandem.
  • Abmahn-Budget: Es gibt erste Unternehmen, die ein Abmahn-Budget zur Seite stellen. Sie verzichten ganz bewusst auf die Einhaltung gesetzlicher Regeln. Wenn dann eine Abmahnung kommt, verbuchen sie das als Marketing-Ausgabe. Denn der Umsatzgewinn bis dahin fällt in der Regel höher aus. Unser Weg ist das nicht.

Nicht zuletzt wollen wir bei RAIDBOXES ein Vorbild in Sachen Datenschutz sein. Es passt nicht zu einem seriösen Webhoster, selbst beim Datenschutz zu schludern. Auch deswegen zeigen wir dir regelmäßig in Anleitungen hier im Blog, wie du die aktuellen Rechtsgrundlagen mit WordPress und WooCommerce umsetzt.

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Umsetzung der Cookie-Lösung

Wir setzen für die Bereitstellung der Cookie-Banner in WordPress auf das Plugin Borlabs Cookie. Die Erweiterung hilft dir dabei, die Vorgaben der EU Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) sowie der anstehenden E-Privacy-Verordnung umzusetzen.

Borlabs Cookie lässt dich First- und Third-Party-Cookies aussteuern. Du kannst diese über einen Banner durch deine Website-Besucher bestätigen lassen (auch „Cookie Box“ genannt). Das Plugin läuft rund, der Support antwortet schnell und gut.

Tipp: Sven Scheuerle hat für unseren Blog eine Anleitung zur Einrichtung von Borlabs Cookie geschrieben: DSGVO & E-Privacy Opt-in für WordPress. Es zeigt dir zudem die Optionen des DSGVO-Tools.

Besonders spannend: Mit der Lösung kannst du im Detail auswerten, wie oft deine Nutzer in welche Cookie-Kategorien eingewilligt haben. Das ist wichtig, um den Banner und dein Onlinemarketing Schritt für Schritt zu optimieren. Denn es gibt in Borlabs Cookie diverse Optionen, um die Buttons, die Animantionen oder auch den Text der Banner zu gestalten:

Cookie Box Einstellungen
Hier nur einige der Optionen des Borlabs Cookie Plugin

Alternativ dazu kannst du auch die WP DSGVO Tools nutzen. Du kennst noch weitere gute Cookie-Werkzeuge für WordPress und WooCommerce? Berichte uns in den Kommentaren von deinen Erfahrungen.

Unser Fazit

Datenschutz sorgt bei Unternehmen für ordentlich Aufwand. Und nicht alle nehmen diese Aufgabe ernst. Begünstigt von uneindeutigen Gesetzen sowie fehlenden Gerichtsurteilen. Vielleicht nimmt Google die Datenschutzkonformität irgendwann in irgendeiner Form als Rankingfaktor mit auf – zu wünschen wäre es.

Es bleibt zu hoffen, dass andere IT-Unternehmen nachbessern, sofern sie die DSGVO & Co. bislang vernachlässigen. Denn der Schutz persönlicher Daten sollte für uns alle ein Anliegen sein. Egal wie nervig und zwiespältig die Umsetzung in der Praxis oft sein mag.

Wie gehst du mit dem Thema Datenschutz und SEO um? Welche Fragen hast du zum Beitrag? Nutze gerne die Kommentarfunktion. Du willst über Neuigkeiten und Anleitungen zu WordPress, WooCommerce und IT-Recht informiert werden? Dann folge uns auf Twitter, Facebook oder über unseren Newsletter.