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Wie gut ist WooCommerce? Was kostet ein typischer WooCommerce-Shop?

Immer mehr Selbstständige, Freiberufler und Agenturen überlegen sich, auf WooCommerce zu setzen. Doch was kann das freie Shopsystem auf WordPress-Basis? Wann solltest du es einsetzen und wie viel kostet ein typischer Onlineshop? Wir haben die Antworten für dich.

WooCommerce wurde innerhalb weniger Jahre zur erfolgreichsten Software für Onlineshops weltweit. Laut Branchendienst BuiltWith nutzen aktuell bis zu 22 Prozent aller Shops WooCommerce. Erst auf den weiteren Plätzen folgen bekannte Größen wie Shopify oder Magento. Wenn du in deinem Unternehmen, Startup, deiner Agentur oder als Freelancer auf WordPress setzt, dann kommst du an WooCommerce nicht mehr vorbei. Das hat gleich mehrere Gründe:

Die Vorteile von WooCommerce

Freies Shopsystem

WooCommerce ist Open Source, ebenso wie WordPress. Das spart den Betreibern nicht nur teure Lizenzgebühren, es erleichtert zudem den Einstieg für kleine bis mittelgroße Shops. Gleichzeitig ermöglicht es Agenturen und Freiberuflern, sich auf die Entwicklung von Zusatzkomponenten und Services zu konzentrieren. Das Open Source-Konzept eignet sich auch ideal dafür, um ein E-Commerce-Geschäftsmodell erst einmal auszuprobieren. Beispielsweise als zusätzliche Umsatzquelle für ein bereits existierendes Portal. All dies senkt dein unternehmerisches Risiko als Betreiber oder auch als Dienstleister, wenn du mit WooCommerce arbeitest.

Leichter Einstieg und einfache Bedienung

WordPress hat das einfache Erstellen von Online-Projekten revolutioniert. WooCommerce ist in weiten Teilen ebenso einfach zu bedienen. Auch das spart Kosten – sowohl beim initialen Aufsetzen eines Shops als auch bei der Wartung und der Schulung von Mitarbeitern. Wer bereits über Kenntnisse mit WordPress verfügt, der findet sich in WooCommerce sehr schnell zurecht.

Mit den WooCommerce Product Blocks für den neuen WordPress-Editor Gutenberg setzt das Entwicklerteam diesen Trend fort. Mit der Erweiterung kannst du deine Produkte per Drag & Drop in Seiten und Beiträge einbinden. Beispielsweise zur prominenten Darstellung von Produktkategorien, Sonderaktionen, Bestsellern oder neuen Waren:

Produkt Block WooCommerce
WooCommerce-Produkte per Drag & Drop einbinden

Die zugehörigen Komponenten der Product Blocks werden fortlaufend ausgebaut und um neue Bausteine ergänzt. In Zukunft soll auch die Gestaltung von Produktbeschreibungen deutlich komfortabler werden – hier setzt WooCommerce bislang noch auf den bewährten Standard-Editor.

Skalierbarkeit: Wie viele Produkte verträgt WooCommerce?

Lange Zeit galt WooCommerce als Lösung, die sich lediglich für kleine Shop-Projekte eignet. Doch diese Zeiten sind längst vorbei. Seit den Versionen 3.x wird WooCommerce immer performanter, unter anderem mit optimierten Produkttabellen und integrierten Caching-Funktionen. WordPress-Shops mit mehreren Tausend oder gar Zehntausenden Produkten sind keine Seltenheit mehr. Dazu gleich noch ein Beispiel.

Hinzu kommt: WooCommerce lässt sich im Vergleich zu anderen Systemen besonders gut skalieren. Das bedeutet, dass es mit der Größe und mit den Anforderungen deines Webshops mitwächst. Zu Beginn startest du mit der Standard-Variante, die sich relativ schnell einrichten lässt. Später schaltest du je nach Anforderung neue zusätzliche Erweiterungen (sogenannte Plugins) frei oder entfernst diese auch wieder. Bei richtiger Pflege bleibt dein Shopsystem damit möglichst schlank, performant und überschaubar.

WooCommerce wird zum Profi-Tool

WooCommerce überzeugt seit den letzten Updates mit neuen Features, die sich vor allem an professionelle Shopbetreiber und an Agenturen richten. Diese reichen von integrierten Zahlungslösungen bis hin zur besseren Aussteuerung von Versandkosten. Insgesamt deckt WooCommerce damit bereits im Standard die wichtigsten Anwendungsfälle ab – auch hier ist eine fundierte Konfiguration und fortlaufende Wartung durch einen versierten Dienstleister Pflicht, falls die Shopbesitzer nicht selbst Hand anlegen wollen.

Für Sonderlösungen wie Produktkataloge, B2B-Shops oder Auktionen gibt es mittlerweile zahlreiche Erweiterungen, die jedoch meist kostenpflichtig sind. Die Lizenzkosten hierfür bleiben in der Regel im zweistelligen Bereich jährlich (je Plugin), was die laufenden Ausgaben übersichtlich hält.

Ein gutes Beispiel aus der Praxis ist der Onlineshop für Bildlizenzen von Quagga. Er wächst seit vielen Jahren zusammen mit WooCommerce und enthält mittlerweile 40.000 Produkte:

Ein WooCommerce-Shop mit 40.000 Produkten
40.000 Produkte mit WooCommerce: Der Quagga Onlineshop

Was zunächst nicht sehr spektakulär aussieht, erfordert im Hintergrund eine ausgeklügelte technische Planung. Nicht nur die Datenbank hat aufgrund der unzähligen Grafiken eine enorme Größe erreicht, auch die Optimierung der Bildgrößen für Thumbnails, die Preisberechnung für die unterschiedlichen Lizenzen sowie der Import umfangreicher Produktdaten waren eine Herausforderung. Doch nun läuft das Portal performant, demnächst ist die Mehrsprachigkeit des Shops geplant.

Grundvoraussetzungen für professionelle Shops sind ein passendes WooCommerce-Hosting, also die Unterbringung deiner Shop-Seiten auf einem Webserver eines entsprechenden Dienstleisters. Ebenso aufeinander abgestimmte Plugins, regelmäßige Geschwindigkeits- und Last-Tests (beispielsweise beim Einsatz von Erweiterungen zur AJAX-Suche) sowie ein sauber konfiguriertes System. Denn bei einem “Wildwuchs” von WooCommerce können sich die einzelnen Bestandteile schnell gegeneinander ausspielen.

Solch ein Wildwuchs entsteht zum Beispiel dann, wenn die Berechnung individueller Versandkosten auf unzähligen Regeln und unterschiedlichen Funktionen basiert. Umso wichtiger ist eine separate Testumgebung, um bei Plugin-Updates & Co. den Live-Shop nicht zu gefährden. Die technische Weiterentwicklung sollte hierbei unbedingt eine Person oder eine Agentur übernehmen, die sich auch wirklich mit WordPress und WooCommerce auskennt.

Zukunftssicher

2015 wurde WooCommerce von Automattic übernommen, den Machern von WordPress.com. Damit stehen noch deutlich mehr Ressourcen zum weiteren Ausbau zur Verfügung. Das wird insbesondere an den Release-Zyklen deutlich: Mindestens zweimal im Jahr veröffentlicht das Entwickler-Team ein größeres Update, das wichtige neue Kernfunktionen enthält. Kleinere Anpassungen erfolgen im monatlichen Rhythmus, zentrale Bugfixes auch häufiger.

Bereiche, bei denen WooCommerce im Vergleich zu den Mitbewerbern schlechter abschnitt, wurden so nach und nach optimiert. Das betrifft beispielsweise die praxistaugliche Einrichtung von Versandzonen, die effiziente Verwaltung von Produkten oder auch Neuerungen zur Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO). Insbesondere beim letzten Punkt ließ sich gut beobachten, dass Automattic mittlerweile schnell auf Entwicklungen reagiert, die den europäischen Markt betreffen. Die große Verbreitung von WooCommerce und WordPress sowie die riesige Entwickler-Community im Hintergrund bieten gute Chancen dafür, dass dies auch so bleiben wird.

Dementsprechend spannend ist der Markt für Agenturen und Freelancer. Portal- und Shopbesitzer berichten immer wieder darüber, dass es alles andere als einfach ist, hier gute Dienstleister und externe Mitarbeiter zu finden. EntwicklerInnen für WordPress und WooCommerce sind gefragt. Das entsprechende Know How lässt sich somit gut und mit realistischen Stundensätzen vermarkten.

Eigene Community

Unzählige Nutzer und freie EntwicklerInnen weltweit liefern eigene Lösungen zu WordPress hinzu. Oder sie helfen in Blogs und Foren mit Rat und Tat weiter. Auch im europäischen und deutschsprachigen Raum existiert eine äußerst rege Community. Sie organisiert sich in Veranstaltungen wie den WordCamps oder den lokalen WP Meetups. Letztere findest du mittlerweile in nahezu jeder größeren Stadt.

Ganz so weit ist es bei WooCommerce noch nicht. Hier läuft die Kommunikation hauptsächlich unter den Shopbesitzern selbst ab, etwa in WooCommerce-Fachgruppen bei Facebook. Allerdings nehmen eCommerce-Themen bei WordCamps & Co. einen immer breiteren Raum ein. Nach und nach entstehen im europäischen Raum auch die ersten reinen Nutzer- und Entwicklertreffen sowie Meetups zu WooCommerce. RAIDBOXES sponsert regelmäßig WordCamps und Meetups im deutschsprachigen Bereich. Sprich uns gerne beim nächsten Camp an!

WordCamp Osnabrück 2019 - RAIDBOXES Recap
Tobias und Torben beim WordCamp Osnabrück 2019

Die WooCommerce Entwickler-Community baut jedoch nahezu komplett auf der von WordPress auf. Wer Plugins und Themes für WordPress entwickeln kann, der kann dies prinzipiell auch für das zugehörige Shopsystem. Hinzu kommt, dass in jedem Land mittlerweile zahlreiche kostenfreie Tutorials zu WooCommerce und seinen Erweiterungen existieren – in Form von Blogbeiträgen, E-Books, Podcasts und auf YouTube. All das erleichtert Anfängern den Einstieg.

Der Markt für Onlineshops wächst

Die Umsätze durch E-Commerce steigen weiterhin rasant an. Alleine in Deutschland werden diese für 2019 auf rund 58 Milliarden Euro geschätzt (Quelle: Statista). Den Großteil davon machen Shops wie Amazon, Otto oder Zalando aus. Doch kleinere und mittlere Webshops sind stark im kommen, wie wir anhand unserer eigenen Nutzerzahlen feststellen.

Was man bei den kleineren WooCommerce-Shops sehr gut beobachten kann: Die meisten starten mit einer überschaubaren Anzahl an Produkten. Viele davon stocken ihr Portfolio aber deutlich auf, und das innerhalb weniger Monate. Auch der Markt für kostenpflichtige Plugins zu WooCommerce wächst – die Szene professionalisiert sich zunehmend. Dementsprechend ergänzen immer mehr Agenturen und Freiberufler ihr Angebot um technische Dienstleistungen sowie Beratungsangebote, die auf das führende Onlineshop-System ausgerichtet sind.

Tipp: Du bietest selbst Dienstleistungen für WooCommerce an? Dann nutze die zuvor genannten Argumente gerne für deine Akquise.

Grundlagen von WooCommerce

Die Einrichtung

WooCommerce ist vor allem deswegen so beliebt, weil du es sehr schnell und mit wenigen Vorkenntnissen installieren und einrichten kannst. Ein Setup-Wizard führt dich bei jedem neuen Shop durch die wichtigsten Grundeinstellungen für die Basiskonfiguration, den Versand sowie die Zahlungsarten:

Ein Assistent führt dich durch die Installation von WooCommerce
Der WooCommerce Wizard führt dich durch die Installation

Ein einfacher Shop, den du zudem sofort ausprobieren kannst, ist damit tatsächlich innerhalb weniger Minuten eingerichtet.

Der Teufel liegt jedoch im Detail. WooCommerce deckt mittlerweile alle Shop-Funktionalitäten ab, nur für wenige Bereiche benötigst du zusätzliche Plugins. Das bedeutet aber auch, dass sich hinter unscheinbaren Sub-Menüpunkten im Backend von WooCommerce Funktionen verbergen, welche die Funktionsweise deines Shops durcheinanderwirbeln können. Gutscheine funktionieren plötzlich nicht mehr? Die Steuern für deine Produkte oder Versandkosten werden falsch berechnet? Einzelne Kunden bekommen bestimmte Zahlungsarten nicht mehr angezeigt? Die Ursache kann in einer einzelnen Checkbox liegen, die falsch gesetzt ist.

WooCommerce Hosting

Umso wichtiger ist es, dass du dich gut mit den Einstellungen von WooCommerce auskennst. Um mit deinem ersten WooCommerce-Shop durchstarten zu können, muss auf deinem Webserver oder auf deinem lokalen Testsystem WordPress installiert sein. Es dient dabei als Basis und als übergeordnetes Content Management System (CMS). Mehr zu den technischen Voraussetzungen findest du in diesem Blogbeitrag.

Sowohl WooCommerce als auch WordPress sind – wie bereits erwähnt – Open Source. Du kannst sie kostenfrei verwenden, auch für den Betrieb eines kommerziellen Angebots. Du bist noch neu in der Welt von WordPress? Dann empfehle ich dir ein gutes Fachbuch für Einsteiger. Diese sind mittlerweile in nahezu allen Sprachen verfügbar.

Hinweis: Bei Fragen rund um WordPress dient das Forum von wordpress.org als erste Anlaufstelle, oder auch das von wpde.org. Stelle jedoch sicher, dass du dort zunächst nach bereits vorhandenen Lösungen recherchierst, bevor du ein neues Thema eröffnest. Die Mitglieder der Foren werden es dir danken.

Das aufwendigste bei der Erstellung eines Onlineshops ist das Einpflegen deiner Produkte. Das liegt nicht an WooCommerce, sondern am Erstellen der Produkttexte, der Bildbearbeitung, der Anlage von Produktmerkmalen und Produktvarianten, der Vergabe von Metainformationen für die Suchmaschinenoptimierung etc. Das Shopsystem stellt dir für all diese Angaben eigene Felder zur Verfügung:

Produkte anlegen in WooCommerce
Mit ein wenig Übung sehr einfach: Produkte anlegen in WooCommerce

Den grundlegenden Prozess dazu kennst du bereits von WordPress. Auch die Veröffentlichung und spätere Bearbeitung läuft analog zur Pflege von Blogbeiträgen und Seiten des CMS.

Übernahme vorhandener Daten

WooCommerce liefert ein Set an Demodaten gleicht mit, das du installieren kannst. Das ist vor allem dann praktisch, wenn du WooCommerce zunächst ausprobieren willst, oder wenn dir bei der Einrichtung noch keine konkreten Produktdaten zur Verfügung stehen. Denn viele Funktionen lassen sich erst bei vorhandenen Waren testen, ebenso dein WooCommerce-Theme. Die Screenshots in diesem Beitrag sind mit Hilfe der Demodaten von WooCommerce entstanden.

Wenn deine Produkt- und/oder Kundendaten bereits vorliegen – aus einem anderen Shopsystem oder als CSV-Datei aus sonstigen Datenbanken – dann kannst du diese ebenfalls in WooCommerce importieren. WordPress bringt im Standard zwar eigene Importer-Lösungen mit. Doch für die meist recht komplexen Shop-Daten musst du in der Regel auf umfangreichere Werkzeuge ausweichen. In der Praxis haben sich hier vor allem WP All Import oder die Product CSV Import Suite von WooCommerce selbst bewährt. Ersteres wird von vielen EntwicklerInnen aufgrund seiner zahlreichen Funktionen bevorzugt:

Produktdaten importieren und exportieren für WooCommerce
Das Plugin WP All Import für WooCommerce

Einige weitere kostenfreie Tools zum Import und Export von Produktdaten findest du hier.

Für einzelne Shopsysteme gibt es spezielle Werkzeuge, welche dir die Migration hin zu WooCommerce erleichtern. Beispielsweise das Plugin FG Magento to WooCommerce von Frédéric Gilles für den Wechsel von Magento. In der Vollversion überträgt es automatisiert die wichtigsten Daten wie Produkte inklusive Produkttexte, Produktkategorien, Kunden- und Metadaten, Gutscheine, Produktbewertungen, Beitrags- und Kategoriebilder sowie Vorschaubilder davon. Auch Inhalte von WordPress, etwa Beiträge und Seiten, lassen sich überspielen. Besonders praktisch: Wenn in WooCommerce bereits Testdaten vorhanden sind, dann kannst du diese vorab per Knopfdruck löschen.

Die fortlaufende Wartung

Trotz der vergleichsweise schnellen Einrichtung solltest du den Aufwand für die Wartung deines Onlineshops nicht unterschätzen. Das gilt jedoch für alle Shopsysteme gleichermaßen. Unter anderem folgende Arbeitspakete musst du gut planen und kalkulieren, ob nun als Shopbetreiber selbst oder im Auftrag deiner Kunden:

  • Die fortlaufende Aktualisierung von WordPress, WooCommerce, der Plugins und deines Shop-Themes. Letzteres sorgt für das Design und die korrekte Darstellung des Onlineshops.
  • Das Aktualisieren selbst erfolgt dabei per Knopfdruck oder teils automatisiert im Hintergrund. Deutlich zeitaufwendiger ist es, jedes neue Update vor dem Einspielen auf einem separaten System zu testen: Kommt es zu unerwünschten Wechselwirkungen mit anderen Plugins oder dem Theme? Funktionieren der Warenkorb und der Checkout im Shop wie gewohnt? Führt die neue Version zu Einbußen bei der Geschwindigkeit?
  • Welche neuen Funktionen müssen gegebenenfalls hinzugefügt oder ausgetauscht werden, zum Beispiel durch gesetzliche Vorgaben wie im Rahmen der DSGVO? Hierbei gibt es in der Regel unterschiedliche Verantwortlichkeiten für die inhaltliche und die technische Umsetzung.
  • Das regelmäßige und umfassende Backup aller Daten im Onlineshop, gegebenenfalls das Rückspielen alter Stände nach Ausfällen oder misslungenen Updates.
  • Die Kontrolle und Aktualisierung von Produktdaten, -Texten, -Bildern, Lagerbeständen, Lieferfristen, Produktverknüpfungen bei Bundles und Cross Selling etc.
  • Fortlaufende Überprüfung: Welche neuen rechtlichen Rahmenbedingungen gibt es, durch die Inhalte, Bezeichnungen oder technische Systeme angepasst werden müssen?

Zum letztgenannten Punkt: Gerade in Deutschland ändern sich die rechtlichen Bedingungen im eCommerce sehr häufig. Die daraus resultierenden Arbeiten müssen zudem zeitnah umgesetzt werden, um die Gefahr einer Abmahnung zu minimieren.

Tipp: Ein Onlineshop mit fehlender Testumgebung ist wie Alpinklettern ohne Sicherung. Wenn du bereits das eine oder andere holprige WooCommerce-Update mitgemacht hast, dann weißt du, welche Fehler dabei auftreten können. Siehe unsere Staging-Lösung.

Wie du siehst, ist der Betrieb eines Onlineshops keineswegs trivial. Er erfordert technische Kenntnisse ebenso wie Know How in den Bereichen Onlinerecht, Logistik, Onlinemarketing, Usability (Benutzerfreundlichkeit), Webdesign, Suchmaschinenoptimierung (SEO), Erfolgsmessung via Google Analytics & Co., Verbreitung in den sozialen Netzwerken sowie das Content Marketing. Letzteres bezeichnet die Bewerbung deiner Produkte mit qualitativ hochwertigen Texten, Blogbeiträgen und Newslettern. Dadurch machst du Google aber auch potenzielle Besucher auf deinen Shop aufmerksam.

Du wirst nicht in all diesen Bereichen zum Experten oder zur Expertin werden. Idealerweise konzentrierst du dich auf einige wenige Bereiche, etwa auf den technischen Betrieb und das Webdesign. Die Einstellung der Produkte, das Thema Onlinerecht und das Onlinemarketing bzw. SEO überlässt du dann geeigneten Mitarbeitern. Oder du lässt diese Aufgaben von einer spezialisierten Agentur erledigen. Du willst selbst Dienstleistungen im Umfeld von WooCommerce anbieten? Dann überlege dir vorab gut, welche der genannten Pakete du selbst leisten kannst, und welche du ehrlicherweise lieber anderen Profis überlässt.

Was kostet ein WooCommerce Shop?

Ohne ein Projekt genau zu kennen lässt sich nur grob einschätzen, wie hoch die Kosten für die Einrichtung und den fortlaufenden Betrieb eines WooCommerce-Shops sind. Diese hängen bei jedem Shopsystem von zahlreichen Faktoren ab. Um nur einige zu nennen:

  • Verfügst du bereits über eine technische Infrastruktur (Domain, Webhosting aber auch Drittsysteme zur Buchhaltung, der Versandabwicklung oder zur Verwaltung der Kunden)? Muss diese noch ausgebaut werden?
  • Wie viele und welche Arten von Produkten werden kurz-, mittel- und langfristig enthalten sein?
  • Mit wie vielen Besuchern pro Monat und Seitenaufrufen pro Minute rechnest du? Das ist insbesondere für das Hosting wichtig. Kann es Spitzen geben, die deutlich darüber hinausgehen, zum Beispiel saisonal, bei Sales-Aktionen oder Berichterstattung in der Presse? Wie du deinen Shop auf solche Spitzen vorbereitest, erklären wir Schritt für Schritt in diesem Artikel.
  • Welche technischen und sonstigen Kenntnisse hast du als ShopbesitzerIn? Wie viel Zeit kannst du selbst investieren, und was musst du hingegen outsourcen?
  • Lässt sich deine Produktpalette über Standard-Verkaufsprozesse vertreiben, oder benötigst du Sonderlösungen für personalisierte Waren, Auktionen, Abo-Modelle etc.? Gibt es für diese vorgefertigte Plugins, die deinen Workflow komplett abdecken, oder ist eine Individualentwicklung notwendig?
  • Kannst du auf vorgefertigte Themes für WooCommerce zurückgreifen, oder willst du ein komplett eigenständiges und unverwechselbares Shop-Design?

Hinzu kommen Fragestellungen, welche die Organisation und das Marketing für deinen Webshop betreffen:

  • Wer pflegt die Produkte ein? Sind Produkttexte und -Bilder bereits vorhanden, oder müssen diese angepasst bzw. neu erstellt werden?
  • Lassen sich die Daten aus anderen Systemen übernehmen, vielleicht sogar automatisiert? Oder sollen sie gar noch in anderen Marktplätzen und Portalen eingebunden werden, mit WooCommerce als Basis?
  • Bewegst du dich in einer speziellen Nische, mit wenigen Mitbewerbern, oder verkaufst du sehr generische Waren mit geringer Marge? Letzteres erfordert in der Regel ein deutlich höheres Budget für das Marketing.
  • Dazu passend die Frage: Wer kümmert sich um das Online Marketing sowie die Suchmaschinenoptimierung? Welche sozialen Kanäle sollen bespielt werden? Wie hoch ist der Supportaufwand dort, zur Beantwortung von Kundenfragen?
  • Wer ist für das Thema Onlinerecht und Datenschutz zuständig? Je nach Branche aber auch Zielländern sind recht erhebliche Ressourcen hierfür notwendig.

Agenturen und Freelancer müssen ihren Kunden genau die gleichen Fragen stellen, um den Umfang eines Projekts zu kalkulieren. Die Anforderungs-Analyse für einen Onlineshop fällt damit oft noch deutlich umfangreicher aus als bei klassischen WordPress-Projekten.

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Noch werden neu zu schaffende Portale im Umfeld von WordPress und WooCommerce meist viel zu knapp bemessen – und damit zu günstig. Das hat vor allem drei Gründe:

  • Nicht wenige Freiberufler im Umfeld von Open Source – aber selbst einige Agenturen – rufen Stundensätze auf, die deutlich unter den üblichen Raten im IT-Umfeld liegen. Nach Abzug der Ausgaben und Steuern sind diese nicht immer wirtschaftlich bzw. kostendeckend.
  • Shop- und Portalbesitzer rechnen ihre eigene Arbeitszeit meist nicht mit ein. Für eine realistische Betrachtung ist dies jedoch zwingend notwendig.
  • Ein professioneller Onlineshop benötigt in der Regel kostenpflichtige Pro-Plugins, eine zumindest temporäre Individualentwicklung, anwaltliche Unterstützung aber auch ein performantes Hosting. All das kostet Geld, wird aber zu Beginn gerne übersehen.

WooCommerce selbst bietet zwar auch kostenfreie Erweiterungen für wichtige Funktionen an, andere hingegen haben durchaus ihren Preis. Je spezieller die Anforderungen an deinen Onlineshop sind – etwa zur Buchung von Events oder mit einem umfangreichen Mitgliederbereich – umso höher fallen diese Kosten aus:

WooCommerce Extensions
WooCommerce Extensions, die Erweiterungen für das Shopsystem

Open Source bedeutet also keineswegs “kostenlos”, wenn du ein kommerzielles Projekt startest. Sobald du deine eigene Arbeitszeit (fairerweise) mit einberechnest, wird schnell eine Summe im niedrigen fünfstelligen Bereich fällig, bis die erste Version deines Webshops live gehen kann. Bei großen Projekten auch deutlich mehr. Das hört sich nach viel Geld an. Im Vergleich mit typischen Existenzgründungen ist es jedoch eine recht geringe Investition.

WooCommerce für Freelancer und Agenturen

Neben der anfänglichen Projektplanung solltest du zudem die laufenden Betriebskosten deines Onlineshops im Auge haben. Die Kosten für die Pflege und Wartung hängen hauptsächlich davon ab, welche Art von Produkten du vertreibst, wie oft diese aktualisiert werden müssen und wer die Anlage sowie die Pflege übernimmt:

  • Dein Webshop ist lediglich ein zusätzlicher Vertriebskanal zu einem bereits vorhandenen Ladengeschäft?
  • Deine Produktpalette gestaltet sich überschaubar, die Produkte haben einen langen Lebenszyklus?
  • Du kannst die Produktinformationen automatisiert aus anderen Systemen übernehmen?

Dann ist der Aufwand überschaubar. In allen anderen Fällen wirst du meist externe Hilfe oder zusätzliche Mitarbeiter benötigen, zumindest zeitweise.

Weitere Tipps zu WooCommerce findest du in unserem 70+ Seiten starken E-Book WooCommerce für Profis: Online-Shops mit WordPress. Es richtet sich an Freelancer, Agenturen, WP-Profis aber auch an Einsteiger.

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Beitragsbild: Bench/Unsplash